Mut und Veränderung, wie Pioniere, oder Inklusion geht wie?!

Die immer wieder aufkeimenden Diskussionen über Inklusion in Schulen und deren Nichtumsetzung wegen nicht vorhandener Sonderschulpädagogen etc. macht mich zunehmend wütend.

Das größte und vorrangigste Problem hierbei ist nicht nur die fehlende Lehrerschaft, zu große Klassen, Behinderung und/oder fehlende Rampen und Aufzüge, sondern das Schulsystem und die Bereitschaft Geld in die Bildung unserer Zukunft und Rentenzahler zu investieren.

Ja, ja, ja ich kann sie schon hören, die Skeptiker und Immernörgler und Nicht-Verändern-Woller. “Wie soll das gehen?” “Wer soll das finanzieren? und und und.

Manchmal muß man einfach mutig sein. Manchmal muß man etwas einfach machen, auch wenn es schwierig scheint. Wie das erste Mal von Dreier springen. Wir, Behinderte, müßen das oft und mitunter täglich.

Vielleicht hätte man 2009 einfach mal anfangen sollen Lehrer auszubilden und nicht drauf hoffen, daß ein beschlossenes Menschenrecht einfach vorbeizieht, wie ein Gewitter. Dann hätte man jetzt eine Menge mehr Lehrer und müßte nicht, wie in NRW gerade geschehen, einen Stopp in der Inklusion hinnehmen.

Ist es nicht so, daß unser jetziges, preußische Schulsystem nicht in der Lage ist eine gerechte Bildung für Alle zu gewährleisten? Sondern eher denen in die Hände spielt, für die eh schon alle Türen offenstehen? Inklusion bedeutet doch genau genommen nicht nur Kinder mit Behinderung einzuschließen, sondern auch Ausländer und sozial Schwache. Wenn man das Wort wörtlich nimmt, geht es doch um Alle. Unser jetziges Bildungssystem wird es so nicht schaffen unsere Kinder auf die zukünftige Arbeitswelt vorzubereiten. Eine Welt die sich jetzt schon verändert und für die Zukunft auch andere Voraussetzungen des Lernens und Arbeitens verlangt, als mit unserem Leistungs- und Bildungssystem zu leisten ist. In NRW heißt es Arbeit 4.0. In dem Kreativität, Digitalisierung, Eigenorganisation und Verantwortung, so wie aufgebrochene Arbeitgeber/Arbeitnehmer Verhältnisse gebraucht werden. Siehe Silikon Valley. Wenn wir also langsam nicht anfangen jedes Potential zu nutzen und zu bilden und vor allem die Voraussetzungen dafür zu schaffen, werden wir den Umbruch nur schwer schaffen.

Leicht wird das nicht. Ist es nie, wenn alte Denkstrukturen und -muster aufgebrochen und geändert werden sollen. Das ist wie das Ding mit der Scheibe und der Erde. Galileo hieß der Kerl glaub ich…

Wieso müßen wir, Menschen mit Behinderung, uns im 21. Jhd., eigentlich immer noch so verhalten wie zur Nazizeit oder früher, in der man dankbar sein konnte nicht ermordet zu werden, oder als mangelhaft und nicht lebenswert erachtet zu werden? Ja, wir möchten die selbe Bildung, die selben Rechte und Pflichten, wie jedes andere Mitglied unserer Gesellschaft auch. Niemand möchte auf der faulen Haut liegen und keine Arbeit haben und somit um Geld betteln und soziale Unterstützung bekommen, aber leicht wird es uns auch nicht gemacht.

Ein Patentrezept habe ich nicht und auch kein Geld um das zu finanzieren, aber mutig bin ich. Und darum werde dafür weiterhin kämpfen. Ist es aber nicht hilfreich auch Behinderte so auszubilden wie Alle, also das selbe Ziel der Bildung, wie bei Allen anderen auch, so daß sie auf eigene Beine stehen können, Ihr eigenes Leben finanzieren, ihren Beitrag leisten, übrigens damit auch für die Rentenkasse? Kleine Gruppen Behinderter in einer Klasse kann da nicht weiter helfen wie die Schulministerin NRWs es gerne hätte, denn dann ist es eine Separation innerhalb der Klasse. Wennwir anfangen uns gegenseitig zu helfen auch, oder gerade im Klassenverbund, wird diese Hilfe im späteren Leben einen Beitrag dazu leisten können, das öffentliche Hilfe weniger werden könnte. So wie ich es in den Staaten erlebt habe, als ich dort für eineinhalb Monate gelebt habe. Die Hilfe die ich brauchte war minimal, da ich zu jedem Geschäft und Gebäude Zugang hatte, jede Öffis benutzen konnte, mir Jeder geholfen hat, denn Amerikaner sind an Menschen mit Behinderung gewöhnt, in der Öffentlichkeit, in Schulen und auch sonst überall. Daher erachten sie sie nicht als Alien, sondern als ganz normales Mitglied der Gesellschaft, das einfach nur mehr Hilfe braucht, die auch selbstverständlich geben wird. Wenn wir anfangen, wie auf Twitter geschehen, daß eine Umfrage gestartet wird, „Findest Du gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung sinnvoll?“, dann kann man mehr als deutlich sehen das wir vom Anfang und den Kinderschuhen der Inklusion noch meilenweit entfernt sind. Vielleicht ist es auch an der Zeit ein wenig mehr über Sponsoring, auch in Schulen, nachzudenken wenn man das Ziel Inklusion erreichen will…

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