Spiegel Artikel Nummer 19/6.5.2017

So heute endlich mal den Spiegel Artikel zu Inklusion gelesen. „Du Seuche“ super Titel. Haben die Autoren schon mal super ein rausgehauen nicht nur das sie auch wieder mit einer extrem krassen Geschichte anfangen, ist der Text eher „Bild“ würdig und auch hier steht wieder mal das der Niveauverlust im Vordergrund.

Dass wir über 80 verschiedene Formen inklusiver Schulgestaltung haben war mir auch noch nicht bewusst. Zeigt aber einmal mehr, warum das Gelingen anscheinend nicht das Ziel zu sein scheint. Auch das Phänomen das „Zappelhilippkinder“ zunehmend, nicht nur als ADHS Kids diagnostiziert werden, sondern auch zu Förderschülern erklärt werden, damit Geld in die Regelschulen zu bekommen, hilft irgendwie sogar nicht.

Als beim nächsten Absatz indirekt die Frage gestellt wird ob Inklusion hilft, hat es mich dann endgültig zerrissen. Stellen wir uns ernsthaft die Frage ob Inklusion hilft? Wobei? Wofür? Oder wo gegen?

Helfen soll sie dabei einer Gruppe Menschen zu ihrem Menschenrecht zu verhelfen: Recht auf Bildung, am Ort ihrer Wahl, ist nur eines davon, die Behindertenrechtskonvention ein anderes. Helfen soll sie auch dabei endlich eine inklusive Gesellschaft in Deutschland zu bilden, die im 21. Jahrhundert immer noch schlechter ist, als in anderen EU-Länder, wobei Bildung dabei immer nur ein Baustein ist. Allein der Umstand das Beispiele von Menschen mit Behinderungen namentlich genannt werden, die für Inklusion sind, aber die die dagegen sind nicht namentlich erwähnt werden sagt schon einiges. Sollte man nicht die Beispiele für positive und gelungene Inklusion, in Schule, sozialem Umfeld und Öffentlichkeit, nehmen und schauen was ist da richtig gelaufen ist?!

Mein alter Lehrer Herr Gehlen, jetzt Direktor an der Anna Freud Schule, wird zitiert, warum Inklusion manchmal auch gut sein kann. Mit keinem Wort aber wird erwähnt wie viel Kosten es auch gibt. Z. Bsp., Schüler täglich aus ganz NRW zur Schule zu fahren, oder im dazugehörenden Internat unterzubringen, da die tägliche Heimfahrt zu lange wäre. Das Beispiel das dann angeführt wird, ist irgendwie klar, denn wie soll es gehen als einziger Schüler auf einer Regelschule?! Kennen die meisten von uns, auch außerhalb der Schule. Ein Freund sagte einmal ironisch zu mir, nachdem der x-te mich angestarrt hatte: „Ist doch Scheiße das ihr nicht mehr vergast werdet.“ Darum geht es doch, den Status des „besonderen“ abzuschaffen und damit solche Situationen einzudämmen. Oder wie der Kerl immer sagt:„Ihr könnt genauso alles machen und leisten wie wir auch. Warum sollte man euch besonders behandeln?

Ein Gehheimtipp mag die Anna Freud Schule ja gewesen sein, aber sie ist auch die einzige Schule im Rheinland (zu meiner Zeit zumindest), die inklusiv gestaltet und bauliche Voraussetzungen gehabt hat, an der man Abitur machen kann. Was für alle meine Klassenkameraden und mich wohl das schlagenste Argument war. Nur mal so…

Und noch Mal: Inklusion ist keine schöne Idee, sondern Menschenrecht!!! Das Kernproblem, natürlich, das deutsche Schulsystem, aber auch das Gymnasiumproblem wird kurz angesprochen. Die Frage in den Raum zu stellen, ob jetzt auch noch die Eltern, die ihre Kinder dann doch lieber auf Sonderschulen schicken, am Scheitern der Inklusion schuld sein, finde ich sehr vermessen.

DIE Schule für Alle gibt es natürlich nicht. Sollte man deshalb mit Inklusion gar nicht erst anfangen ? Es gibt immer Ausnahmen, auch bei nichtbehinderten Kindern. Dieses Phänomen ist sehr deutsch, ein Land, das Anpassung und Konformität mit der Muttermilch aufzusaugen scheint, ist darauf eher nicht eingerichtet.

Fazit: auch dieser Artikel ist wieder ein klares Plädoyer FÜR Sonderschule und GEGEN Inklusion. Inklusion ist aber auch so viel mehr als nur Bildung. Schade eigentlich…

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