La Rochelle: Wenn einer eine Reise tut…

Freunde und Bekannte sagen, sie finden es mutig das ich alleine nach Frankreich, La Rochelle, gefahren bin. Warum? Weil ich eine Frau bin? Weil ich körperbehindert bin, oder womöglich Beides? Ist das so? Muß man als Frau und oder wahlweise Körperbehinderte mutig sein, um eine Reise ganz Alleine, in ein „fremdes“ Land und dann auch noch so „weit“.

Nein. Würde ich das zu einem Mann auch sagen? Nein. Warum ist das so?  Meine Mutter war mir in Solchen Dingen immer ein super Vorbild, oder besser gesagt, solche Fragen stellten sich gar nicht erst. Sie ist nie auf die Idee gekommen etwas nicht zu können (was aber auch sehr typisch für sie und meine Familie ist), vor allem nicht bevor man es versucht hat. Das Motto war und ist immer eher heimatlich rheinisch: Artikel 3: „Et hätt noch emmer joot jejange.“ So ist und war es auch (nicht) immer bei mir.

Hund und Mann gut versorgt, gewusst, Kartenapps auf Stand gebracht, Auto voll und aufgetankt und los.

Da ich eine Fahrt von irgendetwas zwischen 8 und 10 Stunden erwartete, bin ich früh los. Urlaub halt. Da ich Dienstag unterwegs war bin ich recht zügig durchgekommen, bis die Staufalle Paris mich eiskalt erwischt hat. Irgendwo hat sich ein Unfall ereignet und so ziemlich alle Straßen, Stadtautobahnen und Ringstraßen sind dicht. Hat mich dann auch mindestens eine Stunde gekostet. Mittag war mittlerweile auch gut durch, es war heiß und der WC-Gott rief und tanken mußte ich eh, irgendwo auf der Strecke. Daher dachte ich mir die nächste Tanke nach Paris und Stau ist Deine. Es wurde die zweite. Problem nur, wie anstellen, wenn man selber nicht tanken kann, die Sprache (trotz Leistungskurs, hüstel) kaum spricht und es vielen Franzosen ähnlich mit Englisch geht? Rauf auf die Tanke, warten bis Jemand neben Dir steht, der vermeintlich/wahrscheinlich Englisch spricht? Ja genau so habe ich es gemacht und Glück gehabt: Ein sehr netter Belgier. Runde eins: Check. Nun noch Toilette, Kaffee und was essen. Da ich mich nicht in Deutschland befand und es eine Raststätte war, war die Wahrscheinlichkeit eine barrierefreie/behindertengerechte Toilette vorzufinden, ziemlich hoch. Runde zwei: Check. Jetzt Kaffee. Schon ein wenig mehr difícil. Erste Automat kaputt, zweiter bedingt einsatzfähig, Endergebnis: Espresso grand mit Zucker. Na super. Der Rest der Fahrt unspektakulär. Da ich mir vorher die Strecke gut angeschaut habe und gerne nach Nummern fahre, Nummer der Autobahn, der Ausfahrt usw. war es recht simpel. Nach der Abfahrt in die Stadt habe ich dann das Navi eingeschaltet, Karten halten und fahren macht sich schlecht, wenn man die Hände zum Lenken und Bremsen braucht. Nach gefühlt einer Ewigkeit, bin ich endlich angekommen. Iris wartete auch schon, wir haben noch lecker gegessen und gequatscht und früh ins Bett gefallen.

Da Körperbehinderte, so auch ich, mal auf Hilfe angewiesen sind mußte ich morgens früh mit Iris aufstehen. Alter nicht ganz einfach nach langer Fahrt und Rheumatikerin im Urlaub um sieben aufzustehen. Schafft aber die Möglichkeit die Stadt zu erkunden, beim Frühstück zu bummeln und Barrierefreiheit im Ausland zu entdecken.

Ich kam genau zu der Zeit als in La Rochelle ein Musikfestival stattfand: „Francofolies“. Sehr schön. Überall waren die eigentlichen Straßennamen „umbenannt“ mit Namen berühmter französischer Musiker. Im Garten sitzend konnte ich die Proben hören und auch sonst war überall Musik in der Stadt, nicht nur abends. Gegen zwei war Iris wieder da und wollte mir die Stadt zeigen. Dumm nur das mein „kleiner Reiserolli“ nicht so wollte wie wir. Ich habe nicht bedacht das die Batterien recht lange nicht mehr geladen wurden. Ergebnis: Nach recht kurzer Zeit hat er den Geist aufgegeben und Iris mußte schieben und zwar nach Hause. Abends sind wir dann, gezwungener maßen mit dem Auto auf die andere Seite des Hafenbeckens gefahren und haben dort ein Abendessen-Picknick gemacht und der Musik gelauscht. Dies haben wir dann jeden Abend getan. Wunderbar. Bei untergehender Sonne am Meer sitzen, essen und Musik hören. Tag eins schon rum.

Die drauf folgenden wenigen und kurzen Tage war ich „Wattwandern“, soweit das ging, denn in Frankreich gibt es Rampen, die bis ans Wasser reichen und von wo man z.B. als Rollifahrer oder gehbehinderter wunderbar ins Wasser gelange kann. Wir waren bummeln und schwimmen auf der Île de Ré. Alter ist der Atlantik kalt.

Auf der Rückreise hatte ich ja nun nochmal das Tankproblem. Da es bei der Hinfahrt gut geklappt hat, habe ich mich auf der Rückfahrt für die selbe Taktik entschieden. Ich also ran an die Zapfsäule und gewartet bis Jemand kam. Problem dieses Mal, die Tanksäule war dazwischen, so dass ich das Kennzeichen nicht erkennen konnte. Neben mir parkt ein Auto und als die Frau ausgestiegen ist, habe ich mein bestes Englisch ausgepackt und gefragt: „Do you speak englisch?“ Sie drucks rum und ruft Ihren Männe. Der kommt gleich ganz hilfsbereit hinzu und ich fall innerlich vor Lachen um. Behindi hilft Behindi, hat schon immer gut geklappt. Der nette Mensch war selbst behindert und fragt mich: „What do you need?“, ich: “98“ Seine Frau „fummelt“ dazwischen und er sagt zu ihr: „Nee das ist schon richtig.“, ich so: „Na super auf deutsch kann ich das auch.“ Haben Beide sehr gelacht. Ich bedanke mich noch artig, wir betreiben ein wenig Smalltalk und ich frag ihn noch ober den Behindiparkplatz braucht. Er so: “Nein ich kann noch etwas weiter humpeln.“ Man verabschiedet sich.

Kurzum die Reise war schön, ich war lange unterwegs und ich bin heile wieder zu Hause angekommen.

Abenteuer Welpe, geht über in…

…. Abenteuer Junghund.

Die Kastration haben „wir“ jetzt hinter uns und gut überstanden.

Zum Schutz gegen das Aufbeißen der frischen Wunde, haben wir uns von einer Gassifreundin einen Kosmonautenanzug geliehen.

Wie man unschwer erkennen kann hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Wie gut das es in der Woche nicht so heiß draußen war, so hielt sich unser schlechtes Gewissen in Grenzen.

Selbst das Ding anzuziehen, was uns beim ersten Mal eine geschlagene halbe Stunde gekostet hat, war kaum ein Problem. Ich habe einen Musterhund…. Noch…

 

Wieder einer dieser Tage…

… wo Du beim Aufstehen schon weißt: Ohne Extra-Tabellen wird das heute nix.

Wenn der Pflegedienst eine halbe Stunde zu früh kommt und Deine Knochen keine Zeit hatten aufzuwachen. Etwas Schlimmeres gibt es für Rheumatiker kaum, wenn man keine Zeit hatte die so called „Morgensteifheit“ loszuwerden, bevor man aus dem Bett aussteigt. Da ist der Tag eigentlich schon durch. Dann kommt der Ärger über die Sozialisation, erneut, noch dazu.

Du instant Kopfschmerzen hast und auch sonst alles weh tut.

Wenn einem alles aus den krummen, schwachen und vom Rheuma verkorksten Fingern gleitet.

Und auch sonst der Tag sich als schwierig gestaltet, einem eigentlich nur zum heulen ist, nicht einmal das Wetter mitspielt und die Stimme in Dir ruft: „Leg Dich hin und zieh Dir die Decke über den Kopf!!!“

Und es, wie so oft nicht geht, da der Männe arbeitet und eine selbst gewählte Aufgabe darauf wartet das Du, bitte, mit ihr Gassi gehen mögest.

Und Du wieder einmal denkst: „Ohne Rheuma wäre auch irgendwie schöner…“

Abenteuer Welpe, geht weiter…. 

… unschwer zu erkennen, denn der letzte Eintrag ist schon eine Weile her, denn ein Welpe und dessen Erziehung ist zeitraubend.

Klein ist er jetzt nicht mehr wirklich, was zur Folge hat das er in die 20/40 Regel der Hundeverordnung des Landes NRW fällt. Auf gut deutsch: ich als Besitzerin, dieses Hundes muß einen „Wesenstest“ machen, im Fachjargon nennt man das dann: Sachkundenachweis. Geübt hatte ich den „einfachen“, da der Trainer meinte für gefährliche Hunde bräuchte ich nicht. Ich also hin zum Amt, legt die Dame mir den Test für Kampfhunde auf den Tisch. Nachfragen meinerseits ergibt: „Wenn Sie den bestehen, können Sie alle Hunde halten.“. Ich so: „Ich möchte aber nur meinen halten.“ „Ja, wie gesagt, dann könne Sie Alle halten. Einen andern haben wir nicht.“, sprach’s und ging.

Da es nicht genügend Leute gibt die diesen Nachweis machen sitzt, oder in meinen Fall, steht man im Amt mitten auf dem Flur vor dem Aufzug. Keiner der kontrolliert, ob man schummelt, sich die Antworten aus dem Internet holt, mit dem natürlich immer vorhandenen Handy, Keiner den man mal was Fragen kann, oder der einem eine Anleitung gibt. „Ich hab ja auch noch andere Aufgaben!“ anderer Zusammenhang, aber erklärt‘s. Zeit hat man bis das Amt schließen würde. Super. Damit ich den Test nicht auf der Heizung machen muß, denn die hat meine Höhe, ist die Dame doch so nett und organisiert einen Stehtisch. Danke. Ein bisschen knurrig war sie ja, aber es ging ja dann doch. Man muß nur freundlich sein. Und das kann ich. Immer freundlich sein.

Kaum zu Hause angekommen, rief die Dame durch, um mitzuteilen, daß ich bestanden habe. Freu. War doch klar würde der Trainer jetzt bestimmt sagen.

Das Ordnungsamt hat uns auch erwischt, ohne Leine… Zwei Tage hintereinander… Beides mal gab es eine Ordnungswidrigkeit. Irgendwie hatte ich das Gefühl einer er Ordnungshüter mochte ich nicht. Einspruch habe ich eingelegt, mal sehen was kommt. Denn immerhin ist es für mich mit den arthritischen Händen ziemlich schwierig Übungen zu machen, Leine halten, grad bei der Kälte zurzeit und Dummy schmeißen. Flexileine und Schleppleine ist für mich unmöglich aus zweierlei Hinsicht: einmal nicht zu bedienen und Kalle verheddert sich und den Chopper dermaßen, dass kein Weiterkommen ist, oder nur durch Hilfe von Anderen oder ich muß absteigen. Beides beschissen, aber Hauptsache Leine ist dran.

Leider hat sich zu meinem größten Leidwesen heraus gestellt, das ausgerechnet mein Exemplar von Welpe Angst vorm Auto fahren hat. Fahren  an sich ist schlimm, aber einsteigen unmöglich, gewesen. Mit Geduld und viel Nassfutter haben wir ihn jetzt soweit das er einsteigt. Drei Erkältungen habe ich mir beim dumm rummstehen vor dem auto schon geholt.

Training läuft, also irgendwie… Vieles andere, Sitz, Platz, Komm, ach nee, mit Leine ist ja nix mehr mit „Komm.“, läuft sehr gut. Zum Glück habe ich aber ein intelligentes, aber zu Weilen sehr faules Exemplar ausgesucht.

Natürlich hat sich die Waschrate erhöht, dem Wetter und auch Kalle geschuldet, die Frischluftzufuhr und das Bewegungspensum aber auch. Kosten und Spaß auch. Kontakt zu Mitmenschen und die Entdeckung von „neuen“ Nachbarn ist auch massiv angestiegen.

Die Inneneinrichtung, außer den Teppichen die eh raus sollten, hat noch nicht allzu sehr Schaden genommen.

Über Inspiration Porn, Selbstversuch und Reportagen

„Ungelenke Journalisten erklären der Welt das Leben im Rollstuhl“ sagt Christiane Link über einmisslungenes „Selbstexperiment“. Und sie hat Recht. Auch Raul Krauthausen hat in seinem Blog schon über diese „Projekte“ geschrieben. Die Probleme dieser Art „Selbstversuche“ sind immer die Gleichen. Es sind immer nur kleine Einblicke, die gespiegelt werden, aber nicht die ganze Problematik erfassen, die sich durch „nicht barrierefrei“ tatsächlich ergibt. Oder aber auch welche Hürden sonst noch bewältigt werden müßen.

https://uebermedien.de/24543/ungelenke-journalisten-erklaeren-der-welt-das-leben-im-rollstuhl/

Abenteuer Welpe gestartet!

Seit nun zweieinhalb Wochen habe(n) wir unseren Welpen, der mal ein Assistenz- oder auch Servicehund werden  möchte. Der Unterschied? Keine Ahnung, ich finde Assistenzhund besser. 
Wie auch immer… Die Welpenzeit ist anstrengend, gerade für mich, als Behinderte plus Rheuma. Morgens schnell raus, oder auch nachts ist da nicht und Abends spät fällt auch sehr schwer… Gassi gehen kann da ein echtes Abenteuer werden. Gut das Welpen noch anhänglich sind und ohne Leine nicht nach Timbuktu laufen, aber schon das Anleinen klappt nicht immer auf Anhieb. Leider ist der Lüdde auch noch zu klein und ich komme nicht gut an ihn ran. Aber Training sie dank habe ich ihm schon (latent) beibringen können, daß er mich anspringt” damit ich die Leine überstülpen kann. Kalle heißt er übrigens, oder so haben wir ihn getauft”. 
Alles in allem läuft es gut, aber ohne den Männe würde es gar nicht gehen. Danke. 
Mor is yet to come…

HelpCamps = Hilfsmittel aus dem 3D Drucker

Auch ich war auf dem HelpCamps Barcamp in Dortmund. Es war wirklich grandios. Nicht nur zu sehen das viele Andere das selbe Problem haben, nämlich keine oder nur unzureichende Hilfsmittelversorgung, oder die vorhanden müßen so modifiziert werden das sie „passen“. Und das Jemand auf die Idee kommt daraus ein Barcamp zu machen.

„Ich bin wirklich beeindruckt, wie viele schlaue Köpfe hier sind – und ich bin nicht leicht zu beeindrucken!“, schwärmt ein Teilnehmer des BarCamps. Die Versammlung im Hörsaal der Orthopädie-Technik-Schule ist gut gelaunt und nickt beipflichtend zu dieser Feststellung. Vorher wurde stundenlang vor schönster Dortmunder Winterkulisse gefachsimpelt, diskutiert und geplant. Bei der Veranstaltung „HelpCamps“ wurden die […]

über Diskutieren ohne TÜV — Makers Help Care

Rheuma bricht dich…

Wer kennt noch diese kleinen Holzfigürchen, wo man unten drauf drückt und die Figur fällt in sich zusammen? So fühle ich mich grade mal wieder in einem akuten Schub.

Wenn Nichts mehr geht und du morgens schon a) nicht weißt wie du aus dem Bett kommen sollst und b) auch gar nicht weißt warum. Wenn Alles aber wirklich Alles im Körper weht tut, meine Muskeln eigentlich komplett den Dienst versagen wollen und das Gehirn schon aufgegeben hat. Das sind Zeiten, meistens zum Winter bis Frühjahr, da kann es unschön werden.
Aktuell hab ich mal wieder einen Schub. Heute sind sie nicht mehr ganz so schlimm wie früher, aber es reicht. Als mein Rheuma anfing, mit sieben, da hatte ich noch täglich bis vierzig Fieber, das hat sich verändert, denn mittlerweile ist mein Rheuma ausgebrannt. So nennt sich das, wenn keine Fieberschübe oder heiße Entzündungen im Körper sind, während eines Schubs. 
Zum Glück” für uns Rheumatiker hat die Pharmaindustrie Kortison erfunden, oder gefunden, wer weiß das schon. 
Jetzt bei meinem aktuellen Schub bin ich leider nicht drumrum gekommen, aber geil ist es schon. Du hast Schmerzen, bei denen man das Gefühl hat der ganze Körper ist nur noch eine Schmerzkugel. Nichts, aber auch wirklich gar nichts geht mehr. Dieses Mal hat es sich auch mal wieder so festgesetzt, das ich Probleme mit meiner Lunge hatte. Das Gefühl keine Luft holen zu können, weil sich die Rippen dagegen wehren. Als hätte man einen kleinen Kobold auf der Brust sitzen. Ich war erkältet, nicht schwer, aber… Daher bin ich zum Arzt gegangen um es abklären zu lassen. Nix. Das war für mich der Zeitpunkt, um einzugestehen ich komme um den Kleinen großen Helfer nicht drumrum. 
Und dann Nimmst Du die Pillen und merkst, wie sich stündlich die Schmerzen auflösen. Ich bekam wieder Luft, konnte meine Hand bewegen und wieder essen ohne das mein Ellbogen komplett schreit. Geiles Gefühl, wenn man tief einatmet und Luft in die Lungen bekommt. Gabeln, Tassen, Gläser wieder halten kann, keinen Strohhalm zum trinken braucht und nicht gefüttert werden mußt. Gefüttert werden war diese mal zum Glück aus. Am nächsten Tag wird es immer besser, ich brauche keine Schmerztabletten. Da freut sich der Bauch. Nach und nach geben alle Schmerzen auf und ich habe meinen normalen Schmerzlevel zurück.
Ist jetzt Alles gut? Ja und Nein. Schmerzen habe ich ja immer noch, aber nicht mehr diese, wie es im Englischen so schön heißt: breaking bones”. Passend, sehr passend. Wer Wachstumsschmerzen hatte kann es ungefähr erahnen. Also gut? Ja. Auch wenn ich diese Krankheit jetzt schon neununddreißig Jahre habe, habe ich mal wieder einen neuen Aspekt kennengelernt. Wie einen Schmerzen tatsächlich lähmen können. Und zwar so sehr, daß es einem das ganze Hirn lahmlegt. Ich war eigentlich zu Nichts mehr in der Lage. Alltägliche Dinge erledigen? Mach ich später, wenn es besser wird.” Korrespondenz, oder jegliche Art der Kommunikation, och nö, Hab ja noch Zeit!” Das ging aber über mehrere Wochen… Mein Gehirn war wirklich so lahmgelegt, daß ich nach der Einnahme des Kortisons das Gefühl hatte, Jemand hätte einen Schleier gelüftet. Wie nach einem Powernap, oder der erste erholsame Schlaf im Urlaub, wenn man das Gefühl hat: So alle Lampen. Jetzt kann es losgehen.” Hatte ich eine Depression? Nein, aber ganz bestimmt eine depressive Phase, denn wenn man an sich und seinen Fähigkeiten zweifelt, weil einen die Krankheit mit dem Schmerz nach unten zieht und es auch noch Winter wird, geht das ratfatz. Das Gute” ist, man ist nicht Alleine, denn Rheuma, mit seinen hunderten Spielarten, ist Volkskrankheit. Es gibt viele Menschen, die die selben Probleme haben und sich Alleine fühlen. Mir geht es auch immer besser, wenn ich mit meiner Freundin rede, die auch Rheuma hat. Meistens haben wir gleichzeitig die selben Beschwerden. Das ist Futter für die Seele. Gemein? Vielleicht, aber heißt es nicht Gemein-schaft?!
Wer versuchen möchte halbwegs nachzuvollziehen, was es bedeute mit einer Art des Rheumas zu leben, hier ein heißer Tipp: The Spoon Theory” von Christine Miserandino, auch gut zur Selbshilfe geeignet. 
Ist das hier eine Werbungsveranstalltung für Kortion? Auf gar keinen Fall,  denn die Nebenwirkung des geliebthassten Medikaments sind enorm. Ich habe für mich den Weg gewählt die Einnahe auf die kurzmöglichste Zeit zu beschränken. Es zeigt einem aber selber mal wieder, wie beschissen diese Krankheit ist, das sie immer wieder etwas Neues auf Lager hat und das man sich selbst das auch immer wieder klar macht.
Rheuma bricht Dich, aber es macht Dich nicht kaputt. Fight for it! Du kriegst mich nicht…